#8 Kämpfe
Carolin Krahl
outside the box
AG Dauerwelle
Eva Vázquez (Miradas Críticas del Territorio desde el Feminismo), übersetzt von Carolin Scipioni
Samantha Hargreaves und Patricia Hamilton (Women in Mining), übersetzt von Koschka Linkerhand
Luise Schröder & Chedly Atallah
Lu Märten (Textauswahl: Anne Hofmann & Alexandra Ivanova)
Anne Hofmann & Alexandra Ivanova
outside the box
Bo Rowsky
Lilli Helmbold
Elske Rosenfeld
Sarah Uhlmann
AG DDD
Lisa Jeschke
Lea Kolling
Katharina Zimmerhackl
Eine Tochter
Verena & Thorsten
Koschka Linkerhand & Olga Winter
Nancy Piñeiro Moreno, übersetzt von Koschka Linkerhand
Repatriarchalisierung durch Rohstoffabbau
Kritik am Extraktivismus – 1
Beitrag auf dem feministischen Kongress an der FLACSO Ecuador, Mai 2017
Die Gruppen Colectivo Psicosocial, Miradas Críticas und Acción Ecológica arbeiten seit einigen Jahren an einer gemeinsamen ökofeministischen Analyse. Dadurch wollen wir verstehen, dass die Beziehungen zwischen Natur und Gesellschaft nicht nur stark von Machtstrukturen beeinflusst werden, wie die politische Ökologie feststellt – sondern, dass darin auch hierarchische Strukturen herrschen, die mit dem Geschlecht, der Klasse, der Ethnie oder dem Alter zu tun haben. Aus diesem Grund ist kein Eingriff in die Natur geschlechtsneutral.
Mit dem Konzept der Repatriarchalisierung durch Rohstoffabbau, das Miradas Críticas formuliert haben, möchte ich heute aufzeigen, wie der extraktivistische2 Bergbau und die Ölförderung – wobei wir uns hier besonders auf den Abbau von Gold, Kupfer und anderen Industriemetallen beziehen – eine neue patriarchale Ordnung in den Territorien herstellen. Diese Ordnung nährt, verstärkt und verbreitet den schon vorher dagewesenen Machismo.
Die Patriarchalisierung3 der Territorien, in denen Kapitalakkumulation durch Bergbau stattfindet, ist auf verschiedenen Ebenen zu beobachten: 1. der strukturellen Ebene, 2. der ökologische Ebene und 3. der körperlichen Ebene.
1 Strukturelle Ebene
Der Rohstoffabbau patriarchalisiert das Territorium durch die Verstärkung traditioneller Geschlechterrollen. Er baut auf der traditionellen Unterordnung und Diskriminierung von Frauen auf. Das Vorgehen der Unternehmen, politische Gewalt und die Interventionen und Unterlassungen des Staates verschärfen diese strukturelle Benachteiligung.
Dort, wo Rohstoffe extraktivistisch abgebaut werden, gibt es einen Bruch mit den bisherigen Produktions- und Reproduktionsweisen. Das zeigt sich in der Verwaltung und dem Umgang mit den Territorien wie auch in der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern. Bergbau und Ölförderung gehen Hand in Hand mit der Enteignung und Einhegung des Landes, die zur Folge haben, dass die Lebensgrundlagen der ansässigen Bevölkerung verloren gehen und neue Abhängigkeitsstrukturen geschaffen werden. Das gilt besonders in Bezug auf die Lohnarbeit in den Unternehmen, die stark männlich dominiert ist. Das Eindringen der Marktwirtschaft in die Subsistenzwirtschaft und die damit einhergehende Ausdehnung der Männerdomänen tragen zur Unterordnung der Frauen bei.
Das Patriarchat des Lohns
Die Arbeit in den rohstofffördernden Industrien ist stark von traditionellen Männlichkeitsvorstellungen geprägt und bringt darum große soziale Ungleichheiten hervor. Die schlecht bezahlten Jobs in der Erdölförderung oder im Bergbau gehen an die Männer der Communitys, die allein durch die Tatsache, dass sie Männer sind, von vornherein eine Machtposition innehaben. Durch ihr Gehalt vertiefen sich die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in den Communitys weiter. Die neue Arbeitsstruktur, die die Bergbaufirmen einführen, ist die des männlichen Ernährers und der finanziell von ihm abhängigen Frau. Der Extraktivismus versperrt den Zugang zum Land und leitet das „Patriarchat des Lohns“ ein. Silvia Federici beschreibt damit in Caliban und die Hexe, wie der Ausschluss der Frauen von der Lohnarbeit ihre Unterordnung unter den Mann festigt.4
Die Jobs, die die Firmen anbieten, stehen Frauen kaum offen. Diejenigen Frauen, denen es gelingt, dort eine Stelle zu bekommen, führen Tätigkeiten aus, die im Zusammenhang mit den ihnen traditionell zugewiesenen Rollen stehen: Putzen, Essenszubereitung oder das Waschen und Bügeln von Kleidung. Dabei werden Frauen in der geschlechtlichen Rollenverteilung bestärkt. Außerdem sind sie in höherem Maße als Männer Diskriminierung ausgesetzt, etwa in arbeitsrechtlicher Hinsicht. Wir haben Fälle aufgezeichnet, in denen Frauen wegen einer Schwangerschaft entlassen wurden.
Was das Kapital den verarmten Männern anbietet, ist die Festigung der Herrschaft über ihre Frauen.
Des Weiteren sind Frauen, die einer Lohnarbeit im Rohstoffabbau nachgehen, doppelt belastet, weil sie ihre Lohnarbeit mit privater Sorgearbeit vereinbaren müssen. In einem Umfeld, in dem Sorgearbeit, ja die gesamte soziale Reproduktion des Lebens zutiefst weiblich geprägt sind, führt die Arbeitsüberlastung der Frauen zu hohem Stress und Angstzuständen.
Fehlende Mitentscheidung
Bei Landverkäufen oder der Aneignung von Land werden Frauen von der Entscheidung ausgeschlossen. Die Unternehmen führen Gespräche mit einzelnen Männern und weigern sich, Ehefrauen oder Töchter als Subjekte mit eigener Stimme wahrzunehmen. Der Ausschluss der Frauen aus der Entscheidungsfindung im Kontext der territorialen Enteignung geht so weit, dass manche weiblichen Haushaltsmitglieder vom Verkauf ihres Lands erst erfahren, als dieser schon abgeschlossen ist. So hat die Rohstoffförderung Frauen in den Entscheidungen, die ihr Territorium und ihr Leben betreffen, weiter an den Rand gedrängt. Terisa Turner nennt das ein patriarchales Bündnis: Das kapitalistische und patriarchale System fördert zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen und Klassen Männerbündnisse. Was das Kapital den verarmten Männern anbietet, ist die Festigung der Herrschaft über ihre Frauen.
Politische Gewalt
Der extraktivistische Rohstoffabbau bringt Gewalt und Repression hervor, die vom Staat begünstigt oder zumindest kaum geahndet wird. Frauen sind dieser Rechtswillkür stärker ausgeliefert, da sie sowohl ökonomisch als auch sozial und rechtlich weitgehend schutzlos sind. Wenn gegen ihre männlichen Partner, die versuchen, ihre Territorien oder Familien zu verteidigen, Menschenrechtsverletzungen begangen werden – wie wir in vielen Fällen dokumentiert haben –, fallen die familiären Auswirkungen dieser Gewalttaten vor allem auf die Frauen zurück. Der Schmerz über das erlittene Unrecht wird dadurch verstärkt, dass die Frauen zusätzliche Arbeitsbelastung auf sich nehmen müssen: Oft werden sie zu Alleinverdienerinnen und sind bei der Betreuung ihrer Kinder auf sich gestellt. Das bringt großen sozialen und ökonomischen Druck mit sich und hat schwere psychische Folgen.
Die politische Gewalt, die in ihr Leben hereinbricht, zeigt sich auch darin, dass es oft unmöglich wird, den Lebensunterhalt wie bisher durch Landwirtschaft und Tourismus zu ergänzen. Dadurch entstehen neue finanzielle Probleme.
Zur reproduktiven Arbeit und der Fürsorge um die Familie gesellt sich also die Rolle der Ernährerin – in einer Gesellschaft, in der diese Rolle für Frauen nicht vorgesehen ist. Dazu kommt die Rolle der sozialen Aktivistin auf der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit – in einer Gesellschaft, die Frauen den Raum dafür verweigert. Die Frauen tragen alle Belastungen, die aus der politischen Gewalt resultieren; eigene Lebensziele zu verwirklichen, wird unmöglich.
2 Ökologische Ebene
Auf der ökologischen Ebene bedeutet die Patriarchalisierung des Territoriums, dass die Reproduktion des Lebens gestört und unterbrochen wird.
Die Verunreinigung von Trinkwasserquellen durch den Rohstoffabbau haben einen starken sozioökologischen Einfluss auf die den Frauen zugewiesene Sorgearbeit. In patriarchalen Gesellschaften sind es meistens die Frauen, die sich um die Felder, die Tiere und die Familie kümmern, wofür sie Wasser benötigen. Aufgrund ihrer Geschlechterrolle kommen sie folglich stärker mit dem verseuchten Wasser in Kontakt: wenn sie die Wäsche und die Arbeitskleidung der Männer waschen, wenn sie das Haus putzen, die Gemüsegärten gießen und sich um die Ernährung und die Körperhygiene der Familie kümmern. Dadurch sind die Frauen den giftigen Substanzen ausgesetzt, die durch die Rohstoffförderung ins Wasser gelangen. Weiterhin müssen sie längere Wege zurücklegen, um an Wasser zu gelangen, wenn die Wasservorkommen in der Nähe verschmutzt sind oder Unternehmen den Zugang kontrollieren.
Mit der Veränderung der Produktionsweise in diesen Regionen wird die fundamentale Rolle der Frauen bei der Reproduktion des Lebens zerstört und mit ihr der Lebensstil der ländlichen Communities.
Der Extraktivismus verunreinigt Flüsse und Böden und gefährdet damit andere Formen des Wirtschaftens und der Existenzsicherung, die in diesen Territorien über Generationen weitergegeben wurden, etwa die Überlebensstrategien der Indigenen. Diese Strategien, die seit jeher hauptsächlich in den Händen der Frauen lagen und der Pflege und dem Erhalt der Territorien dienten, werden nun entwertet. Mit der Veränderung der Produktionsweise in diesen Regionen wird die fundamentale Rolle der Frauen bei der Reproduktion des Lebens zerstört und mit ihr der Lebensstil der ländlichen Communities. Die Verunreinigung der natürlichen Ressourcen beeinträchtigt die Gesundheit der Bäuerinnen und verursacht Atemwegs-, Haut- und Augenkrankheiten, Krebs, Früh- und Fehlgeburten sowie Schäden an den Fortpflanzungsorganen. Während die Krankenpflege als zusätzliche Belastung anfällt, nehmen die gesundheitlichen Sorgen der Frauen auch in emotionaler Hinsicht zu.
Darüber hinaus bedeutet die Zerstörung ihrer Umwelt auch den Verlust sozialer, kultureller und spiritueller Bindungen. Wenn das kulturelle und immaterielle Erbe verlorengeht, verlieren die Frauen an Rückhalt in ihrem Leben.
Das familiäre Leben in extraktivistisch ausgebeuteten Gebieten aufrechtzuerhalten, lastet auf den Schultern der Frauen – ungesehen, aber spürbar. Wir betonen daher, dass die Gewinne, die durch den Rohstoffabbau generiert werden, strukturell von der kostenlosen, nicht sichtbaren und unterschätzten Arbeit der Frauen ebenso abhängen wie von der Aneignung der natürlichen Rohstoffe.
3 Körperliche Ebene
Im Sinne der Kontrolle über die Territorien und ihre Bevölkerung erfordert die rohstoffabbauende Wirtschaft entsprechend konditionierte Körper, Gefühle und Communitys. Diese Produktionsweise „passt die Körper-Subjekte an die extraktivistischen Anforderungen an“ (Horacio Machado Aráoz). In den solchermaßen vergeschlechtlichten und verdinglichten Körpern zeigen sich Disziplinierung und soziale Kontrolle auf unterschiedliche Weise.
Vermännlichung5 des Raums
Im Gegensatz zur Patriarchalisierung, bei der es um ein Unterdrückungssystem auf verschiedenen Ebenen geht, sprechen wir von der Vermännlichung des Raums, um das Ungleichgewicht von vielen Männern gegenüber wenigen Frauen in einem Territorium zu benennen. Die Überzahl der Männer trägt natürlich zur Patriarchalisierung dieses Raums bei.
Die Ankunft einer großen Anzahl von Bergbau- oder Erdölarbeitern, die weit entfernt von ihrem sozialen Umfeld und ihren Familien leben und in ihren Jobs extrem ausgebeutet werden, führt zu Verrohung und massivem Alkoholkonsum. Damit steigt die Gewalt gegen Frauen an, auch die sexuelle Gewalt. Wir haben viele Fälle von sexuellen Übergriffen gegenüber indigenen und bäuerlich lebenden Frauen dokumentiert. Die Entstehung von Bordellen im Amazonasgebiet steht in direktem Zusammenhang mit dem Anstieg sexuell übertragbarer Krankheiten bei den Frauen, die dort leben.
Die Vermännlichung des Raumes wird auch durch Repressionsorgane gefördert – sei es Polizei, Militär oder privates Sicherheitspersonal der Unternehmen. Wenn Communitys sich offen dagegen wehren, dass der Extraktivismus in ihre Territorien eindringt, werden häufig staatliche Repressionskräfte gegen sie eingesetzt. Die Militarisierung der Gebiete bringt einschüchternde und übergriffige Situationen für die Frauen mit sich.
Der massive Zustrom männlicher Arbeitskräfte und der Einsatz von Polizei und Militär erzeugt bei vielen Frauen Gefühle der Angst und Unsicherheit, weshalb sie sich häufig in private Räume zurückziehen und im Territorium weniger mobil und präsent sind.
Der Rohstoffabbau vermännlicht Territorien, indem Männer Räume monopolisieren, die dann von diesen neuen patriarchalen Beziehungen geprägt sind. Sie überlagern und verschlimmern ältere Geschlechterhierarchien. Der massive Zustrom männlicher Arbeitskräfte und der Einsatz von Polizei und Militär erzeugt bei vielen Frauen Gefühle der Angst und Unsicherheit, weshalb sie sich häufig in private Räume zurückziehen und im Territorium weniger mobil und präsent sind. Federici spricht hier von sozialer Abschottung.6 Abseits des Misstrauens und der Angst, die durch die große Zahl fremder Männer im öffentlichen Raum entstehen, dringt das Gefühl der Unsicherheit überdies in die eigenen vier Wände ein.
Zusammen mit den Übergriffen, die von den Arbeitern und Angestellten der Unternehmen ausgehen, sind diese Gewalt und die sexuellen Belästigungen Ausdruck einer patriarchalen Struktur, die durch den Rohstoffabbau noch potenziert wird. Sowohl die Natur als auch die Körper – besonders die der Frauen – werden nutzbar gemacht, verdinglicht, angeeignet und zerstört.
Die Bordelle in den Territorien sind für die Frauen der Gemeinden eine neue Quelle der Besorgnis. Die Beziehung zwischen Bergbau bzw. Ölgewinnung und Prostitution ist bereits umfassend dokumentiert worden. Wie Julia Ann Laite hervorhebt, haben sich die Gesetze zur Prostitution, aber auch ihre soziale Wahrnehmung verändert, und es sind eine Vielzahl von Perspektiven hinzugekommen. Es gibt Ansätze, die die Bedeutung der Prostitution für die Reproduktion der Arbeitskräfte in den Bergwerken betonen, weil sie dazu diene, die Arbeiter von Stress zu befreien. Die Körper der Frauen werden so in den Dienst der Gewinnmaximierung gestellt – durch eine patriarchale Allianz zwischen Behörden und Unternehmensinteressen, von der auch die männlichen Arbeiter profitieren.
Kurz gesagt: Aus einer ökofeministischen Perspektive verstärkt der Extraktivismus in den betroffenen Territorien die patriarchale Gewalt, die auf das Leben und die Körper von Frauen einwirkt. Diese Gewalt gefährdet ihre ökonomische Situation sowie ihre physische, psychische und sexuelle Integrität.
Körper-Territorien
Der ökofeministische Blick ermöglicht es uns, zu erkennen und zu analysieren, wie der ecuadorianische Staat und die Unternehmen die strukturelle, traditionelle Frauendiskriminierung verstärken. Der Ökofeminismus macht die Erfahrungen der Frauen sichtbar, er wird ihr Sprachrohr angesichts der Aggressionen gegen ihre Körper, ihr Leben und ihre Territorien. Er greift ihre Vorschläge auf, wie diesen – normalerweise unsichtbaren – Verletzungen begegnet werden kann und wie sie geheilt werden können. Er zeigt auch den Mut, den Frauen benötigen, um ihre Angehörigen zu verteidigen, sich gegen Übergriffe zu wehren, und vor allem ihre Fähigkeit, sich selbst und das soziale Leben nach und trotz der extraktivistischen Gewalt neu zu gestalten.
Aus diesem Grund ist das Konzept der Patriarchalisierung der Territorien durch Rohstoffabbau, über das wir kollektiv reflektieren, ein nützliches Modell, um die geschlechterpolitische Dimension des Extraktivismus zu beschreiben. Weiterhin steht es in direktem Zusammenhang mit dem Konzept, das wir auf diesem Kongress zusammen angewendet haben: dem Konzept der Körper-Territorien.
Die Kartierung des Körper-Territoriums7 oder die Körperkartografie ist eine Methode, den Zusammenhang zwischen Körper und Territorien im Kollektiv neu zu denken, neu zu erschaffen, zu ergänzen und für sich anzunehmen. Die Methode besteht darin, durch Zeichnungen der Körper zu lokalisieren, wie diese Körper die Gewalt erleben, die auf sie ausgeübt wird, und wie und wo wir die Gewalt, die in den ausgebeuteten Territorien überall präsent ist, im eigenen Körper spüren. Dieses Werkzeug macht uns bewusst, welche Rolle unsere Körper im Kampf um Territorien spielen. Die Körper tragen Aggressionen und Widerstand gegen die extraktivistischen Megaprojekte in sich. Sie helfen, Gegennarrative zu schaffen, die uns auf andere Weise repräsentieren, und sie helfen, unserer Identität nachzuspüren und sie frei darzustellen.
Fußnoten
- [1] Spanischer Originaltext: Eva Vázquez (2017): Repatriarcalización de los territorios por actividades extractivas. Salud colectiva, feminismo y ecología política. Online unter: https://territorioyfeminismos.org. Die Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales (FLACSO) ist eine länderübergreifende Organisation zur Forschung, Lehre und Förderung der Sozialwissenschaften in Lateinamerika, die 1957 auf Initiative der UNESCO gegründet wurde. In den Mitgliedsländern bietet sie Promotionsprogramme, Konferenzen und Kulturveranstaltungen an.
- [2] Extraktivismus bezeichnet ein Wirtschaftsmodell, in dem Ressourcen wie Erdöl und Erdgas, Mineralien, Metalle und seltene Erden unter extremer Ausbeutung von Natur und Arbeitskraft abgebaut und exportiert werden. Zur näheren Erläuterung siehe unseren Text Die Frage nach den materiellen Bedingungen feministischer Kämpfe in diesem Heft.
- [3] Die Begriffe „Patriarchalisierung“ und „Repatriarchalisierung“ werden von Eva Vázquez synonym verwendet.
- [4] Obwohl Federici diese Begrifflichkeit verwendet, um die Zeit des Übergangs zum Kapitalismus zu erklären, glauben wir, dass seine Anwendung auf die Analyse aktueller extraktivistischer Kontexte genauso gültig ist. (Fußnote der Autorin.)
- [5] Im Original: „masculinización“ – im Unterschied zur „(re-)patriarcalización“.
- [6] Auch hier halten wir es für angebracht, einige der Analysen, die Federici im Zusammenhang mit dem Übergang zum Kapitalismus vornimmt, auf aktuelle extraktivistische Kontexte zu übertragen. (Fußnote der Autorin.)
- [7] Im Original: „Cuerpo-Territorio“.